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24.7.07: Die Grenzpolizei kommt auf Besuch...


Frühmorgens erwachte ich in meinem temporären neuen Zelt und begann gleich meine Sachen zusammenzupacken. Plötzlich erschienen zwei Grenzpolizisten auf dem Bauernhof! Obwohl ich natürlich realisierte, dass die beiden nicht zufällig hier waren, musterte ich sie vorerst keines Blickes;-)

Dann kamen die jungen Beamten aber zu mir und fragten mich auf Englisch(!) über meinen Grenzübertritt aus. Ich miemte ein wenig den Nichtsahnenden... Natürlich war den beiden aber sofort klar, dass ich der war, nach dem sie suchten!

Es folgte ein Telefongespräch und bald kamen weitere Grenzbeamte hinzu: Ein Grossaufgebot mit drei Autos und fast zehn Leuten! Wie mir meine Gastgeber mitteilten, hatte die Grenzpolizei in der Nacht sogar mit dem Helikopter nach mir gefandet;-)

Die Überquerung der Grünen Grenze war verboten, weil "Schengen" in Litauen und Polen erst 2008 in Kraft tritt! Meinen neusten illegalen Grenzübertritt hatten übrigens meine Spuren im Sand verraten...

Eine Grenzbeamtin teilte mir mit, dass ich zur Aufnahme der Personalien auf den Posten mitkommen und eine Busse von 200 Zloty bezahlen müsse! Weil ich gut kooperierte und als armer Student ein wenig auf Mitleid machte, wurde die Busse später auf 100 Zloty, was knapp 50 Schweizer Franken entsprach, reduziert... Dies war mir der Grosseinsatz und das spezielle Erlebnis wert;-)

In rasanter Fahrt führten mich die Grenzbeamten zuerst zum Bankomaten und anschliessend auf den Grenzposten. Dort stand die Personalienaufnahme an und ich musste die fällige Busse bezahlen! Nach kurzer Zeit wurde ich wieder entlassen und es folgte eine haarsträubende Rückfahrt zum Bauernhof...

Auf dem Bauernhof erwarteten mich die Gastgeber mit Spannung! Beim Morgenessen unterhielten wir uns so ausführlich wie es ging über das eben erlebte Abenteuer. Danach gab es noch eine längere Fotopräsentation am Computer...

Damit ich keinesfalls nochmals auf Abwege gerate, durfte ich zu Beginn meiner Weiterfahrt auf eine Eskorte durch die Kinder zählen:-)

Das Mittagessen genehmigte ich mir in Augustów, einer sehr touristischen Stadt mit vielen Leuten. Ich erhoffte mir, hier eine etwas bessere Karte für die Fahrt durch Polen zu finden. Die Suche blieb allerdings erfolglos...

Die Weiterfahrt auf einer ruhigen Nebenstrasse in guten Zustand war eine positive Überraschnung und liess mich hoffen, die Reise durch Polen werde viel angenehmer als befürchtet:-)

Die Strasse führte durch einen Naturpark mit riesigen Sumpfgebieten: Ein Paradies für Vögel und anscheinend eines der bedeutendsten Brutgebiete in Europa! Die Strasse war an dieser Stelle nicht mehr asphaltiert und führte plötzlich durch einen "See"...

Nun gab es drei Möglichkeiten: Jene des Umkehrens und eines weiten Umweges wollte ich gar nicht erst in Betracht ziehen! Das risikovolle Durchfahren des Sees war mir zu unsicher... Darum blieb nur die letzte Variante und die bedeutete, Schuhe ausziehen und durch das Wasser waten;-)

Knietief im Wasser durchquerte ich die Pfütze problemlos und bald ging es auf dem Velo weiter! Aber nicht für lange... Ein nächster See folgte: Dieser war aber grösser und weder das Ende noch die Tiefe waren klar ersichtlich! Nach etwa 100 Metern war aber auch dieses Hindernis erfolgreich gemeistert:-)

Gleich folgte der dritte Streich und dieser entpuppte sich als richtige Herausforderung: Aber mittlerweile war ich bereits so routiniert, dass auch dieser rund 500 Meter lange See kein Problem war!

Nach einer weiteren, kleineren Pfütze war das Ganze überstanden und ich erreichte eine Brücke... Der Weiterfahrt stand nichts mehr im Wege:-) Jetzt blieb nur noch zu hoffen, dass meine Ortlieb-Taschen diesen Härtetest schadlos überstanden haben!

Die Strassen waren nun wieder asphaltiert, aber immer noch verkehrsarm und führten weiter entlang des Naturschutz-Parkes. Am Rande dieses Parkes fand ich einen perfekten Zeltplatz:-)








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