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06.7.07: Russische Gastfreundschaft:-)


Die Fahrt führte weiter entlang des eisernen Vorhanges! Teilweise waren es gar vier Zäune: zwei aus Draht und zwei aus Holz...

Nach einigen Kilometern erreichte ich mit Zapoljarnyj die erste russische Stadt: Wahrscheinlich die trostloseste Stadt, die ich je gesehen hatte... Ich will mir gar nicht vorstellen, wie es in dieser grauen, trüben Industriestadt wohl im Winter aussehen mag!

Neben dem Bestaunen der tristen Wohnblocks, der verlotterten Autos und der stinkigen Industrie wollte ich hier aber auch einen Versuch wagen, an Rubel zu kommen! Nach einigem Suchen fand ich ein Hotel, wo mir die Receptionistin weiterhelfen konnte: Im gegenüberliegenden Laden gab es tatsächlich einen Geldautomaten! Der Rubel konnte also rollen:-)

Die erworbenen Rubel wollte ich gleich einmal einsetzen: Es war ein herrliches Gefühl, nach der Hochpreisinsel Norwegen in einem Billigland wie Russland nach Lust und Laune einkaufen zu können:-)

Der Ablauf im Laden war etwas speziell und gewöhnungsbedürftig: Zuerst wählte man an der Theke die gewünschten Artikel, worauf dann der Preis mit Hilfe eines Zählrahmens (!) addiert und auf einem Zettel notiert wurde. Mit diesem Zettel musste man dann zur Kasse schreiten, bezahlen und bekam eine Quittung ausgehändigt. Mit der Quittung ging's dann zurück zur Theke, wo diese überprüft und allenfalls nochmals der Zählrahmen zur Hilfe genommen wurde. Und schon erhielt man die Einkäufe...

Auf diese Weise erwarb ich mir Brot, Käse, Würstchen und Fruchtsaft. An einem Marktstand auf der Strasse gab es dann auch noch ein paar Pouletflügeli, denn die gewünschen Pouletschenkel wollte mir die Dame aus irgendeinem Grund nicht verkaufen...

Die Pouletflügeli wollte ich gleich am Strassenrand verzehren. Der Besitzer eines Musikladens hatte anscheinend so Erbarmen mit mir, dass er mich zu sich in seinen Laden einlud! Er offerierte mir Tisch und Stuhl und erschien kurze Zeit später wieder mit einigen Tomaten + Gurken und zum Dessert gab es dann auch noch Tee + Chrömli:-)

Der kurze Aufenthalt in dieser tristen Stadt mit abschreckenden Wohnblocks und viel Industrie aber auch die Weiterfahrt auf holprigen Strassen vorbei an omnipräsentem Militär waren ein richtiger Kulturschock. Andererseits war eine beindruckende Gastfreundschaft festzustellen, obwohl eine enorme Sprachbarriere zwischen den Einheimischen und mir bestand:-)

Die Weiterfahrt sollte mir eine der anstrengendsten Etappen überhaupt bescheren: Das Velofahren bei diesem neblig-feuchten, kalten und windigen Wetter auf einer stark befahrenen Strasse mit vielen Schlaglöchern und ständigem Auf und Ab war ziemlich mühsam...

Immerhin gab es nach einigen Kilometern einen angenehmen Zwischenhalt in einem kleinen Restaurant gleich an der Strasse:-) So konnte ich mich wieder etwas aufwärmen und eine feine russische Spezialität kennenlernen: Ich genoss zwei Piroggen (--> eine Art Teigtaschen) mit Hackfleisch + Reis!





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